
Zwischen Himmel und Hölle … Führung 2025/2026
Etappe I: HÖREN Ankommen als Schwellenmoment
Jede Reise erlebt man auf mehreren Ebenen, in diversen Etappen und mit unterschiedlichen Gefühlen und Erfahrungen. Richtet man diese Reise beruflich aus, dann öffnet sich eine weitere Ebene des Erlebens: Das energetische Vorbereiten eines Ortes für Prozesse, die ein Höchstmaß an Sicherheit und Vertrauen, Schutz und Nahrung benötigen. Präsenz, die bereits eine entstehende Zukunft möglich macht. Für alle Teilnehmenden, den Ort selbst und alles, was daraus entsteht und erwächst.
Vorbereitung in diesem Sinn bedeutet für mich als Initiatorin und Impulsgeberin, für etwas wach werden, was noch nicht existiert, es mit Aufmerksamkeit zur Kristallisation bringen, atmen und mich atmen lassen für das, was entstehen kann und wird. Es liegt etwas heiliges in dieser Vorbereitung und ist bereits eine Reise in sich selbst. Wir bringen neue Geräusche in die Welt. Mit jedem Gedanken, jedem Gefühl, jeder Bewegung. Jedem neuen Wort, das wir empfangen und sprechen.
Dann kommt der Absprung …

Ich durfte schon mehrere Retreats komponieren zum Thema ANNÄHERUNG, mit unterschiedlichen Impulsen und Aufgaben. In diesem Herbst war Florenz unser gemeinsames Ökosystem, unsere Spielwiese der Möglichkeiten. Unser Raum der Inspiration. Zwei Teilnehmerinnen und ich. Hochkonzentriert, fokussiert und verbunden. Ausgerichtet.
Die Orte, die ich wähle, sind wie Spiegel der Themen, die sich dann auf unerwartete Weise zeigen und entfalten. Wir haben eine Verbindung längst bevor klar ist, dass dieser Ort, der Ort der Begegnung sein wird. Himmel und Hölle, inszeniert von Interior Designerin Paola Navone in einem ehemaligen Bankgebäude. Dantes Göttliche Komödie und ein Hotel, das sich wie eine Bühne öffnet, die jenseits dieser Welt zu liegen scheint, doch mitten in ihr pulsiert. Das fügte sich passend in unsere Entwicklungswelt für fünf Tage in Florenz.

Hier der Alimentari des Hotels, der mit seiner Üppigkeit und Offenheit wohl den Himmel auf Erden perfekt verkörpert und unser Thema bereits eingefädelt hat. Wir haben hier unser erstes Frühstück in Florenz eingenommen und waren begeistert, haben uns genährt gefühlt auf vielen Ebenen und inspiriert von Raum und Menschen. Der perfekte Rahmen für den Auftakt in unsere Retreatzeit mit dem Thema: Jedes Urteil über sich selbst dem großen Fluss anvertrauen …

„Almost home“, fast zu Hause, das steht auf der Webseite des 25h Hotels in Florenz und so war die gesamte Reise der ANNÄHERUNG in diesem Herbst. Das Wort „fast“ war wesentlich, denn nichts ist so vollständig, dass es sich nicht danach sehnt etwas anderes zu sein. ( „Nothing is so complete that it does not yearn to be something else“ … Báyò Akomóláfé ). Es ist großartig, neue Orte zu bereisen, das Unbekannte einzuladen und sich selbst darin neu zu verorten und zu erleben. Sich zu erinnern, wer man auch ist und wie man auch ist und werden kann.
„Fast zu Hause“ umschreibt auch perfekt das Gefühl eines Menschen in der ANNÄHERUNG an sich selbst. Vollkommen ankommen ist ein Moment. Eine flüchtige Begebenheit, misst man sie mit menschlichem Zeitmaß. Versenken wir uns ganz in Präsenz, dann erleben wir eine Art kosmisches Ankommen. In Ewigkeiten. In Möglichkeiten. Alles andere ist Annäherung … die Veränderung als Wesen in sich trägt.
Sich erlauben, die eigenen Grenzen neu zu verhandeln, über die eigenen Ufer zu treten und die so verursachte Überflutung nicht als Katastrophe, sondern als Segen zu verstehen. Zu erleben, wie das überflutete Land aus seinem Schlaf erwacht, den vertrockneten inneren Boden öffnet und lockert. Erleben, wie die dort in der Erde ruhenden Samen erwachen unter der segensreichen Bewässerung. Dem eigenen Blühen zusehen und wachsen sehen, was festgesteckt hatte in Härten und Verkrustungen. Urteilen und Bewertungen.

Wir kamen aus drei Richtungen – Barcelona, Paris, Frankfurt – mit drei völlig unterschiedlichen Kontexten, Wünschen, Fragen. Und doch begann in diesem Moment etwas Gemeinsames: fünf Tage zwischen Zeiten und Welten, zwischen Ufern und Brücken, die mehr verbanden als nur die Stadt.
Unser Ankommen fühlte sich so an, wie das Beitragsbild ganz am Ende dieses Beitrags: Verheissungsvoll, klar, bereit und neugierig mit geschlossenen Augen den Blick nach innen wenden und sich blind, voller Vertrauen in die Welt der Intuition begeben. Eintauchen in den Rhythmus einer Stadt, sich dem Strom der Menschen und ihren Geschichten anvertrauen und dabei vollkommen bei sich selbst bleiben. Gleichzeitigkeit erzeugen.

Impulsbox – Etappe I ANNÄHERUNG beginnt mit einem Schwellenmoment.
Bevor Du weitergehst, halte kurz inne: Impulse für Dein eigenes Ankommen • Wo bist Du in Deinem Leben „fast zu Hause“ – und was davon möchte sich weiter ausdehnen, mehr in Dir ankommen?
• Welche inneren Ufer dürfen überflutet werden, damit Neues wachsen und blühen kann?
• Was wäre möglich, wenn Du für einen Moment ohne Sicht navigierst – geführt von Deiner Intuition? Nimm Dir einen der Impulse.
Schließe die Augen.
Spüre.
Mehr braucht es fürs Erste nicht.
Die kommenden Tage
In diesen fünf Tagen flossen wir durch Florenz wie ein innerer und äußerer Strom zugleich. Themen traten über ihre gewohnten Ufer, neue Verbindungen entstanden wie von selbst, und jede Brücke wirkte wie ein kleiner Altar für das, was vorher getrennt war. Wir fanden uns im Alten und Neuen wieder, entdeckten, was wir neu erfinden konnten, und ließen die Stadt uns daran erinnern: Führung beginnt nicht im Tun, sondern im Hören. Der eigenen inneren Stimme zuhören, sie zum Puls der Schritte machen und ANKOMMEN in der eigenen Lebensbewegung. Ermöglicht es erst auch einem anderen wirklich zuhören zu können.
Das hat auch mich betroffen …

Der Fluss, die Brücken, das goldene Mosaik: Wege zu Weite und Verbindung
Etappe II: ANNÄHERUNG als konstante Lebensbewegung
Florenz empfing uns an diesem Tag mit einer Leichtigkeit, die kaum zu beschreiben ist. Die Menschen strömten wie ein lebendiges Band durch die Straßen. Laut, bunt, nah, scheinbar grenzenlos der Fluss der Menschen und doch öffnete sich um uns ein klarer Raum. Als hätte die Stadt selbst das Bedürfnis, unsere Prozesse mit großzügiger Gastfreundschaft zu empfangen und zu bewirten.
Die Energie alter Geschichten, die Kultur und Kunst der Stadt hat uns berührt in ihrer makellosen Präsenz und es schien, als würde die Zeit selbst hier eine Art Gleichzeitigkeit in unsere Prozesse einweben. Es war ein Gefühl von Begleitung, das Schutz, aber auch Durchlässigkeit, Bewegung, Luft und Dankbarkeit in unseren Weg gewoben hat.
Wir haben uns durch die Stadt bewegt mit drei Ansätzen:
Ich bin. Du bist. Wir sind.
Jede dieser Etappen brachte eine neue Schicht an die Oberfläche. Und es schien, als würden wir an diesem Tag innere Vorhänge zur Seite schieben und Räume betreten, die längst in uns beheimatet waren ohne dass wir davon wirklich Notiz hätten nehmen können. Es braucht die innere Bereitschaft, der Körper braucht das Gefühl, damit Prozesse wirklich ausgelöst und verkörpert werden.
Grenzen haben sich aufgelöst und den Blick freigegeben auf das wahre Potential unserer Worte, die Gefühle auslösten und dann den Körper neu ausgerichtet haben.
Jedes Gespräch fügte sich wie ein goldener fließender Stein in ein agiles Mosaik, das sich erst im Gehen formte. Ein Wort ergab das andere.
Ich bin die, die….
So lautete der Ansatz für Etappe I an diesem Samstag und was sich in 1,5h daraus ergeben hat, war eine kleine, unspektakuläre Sensation. Es ging um eine ganz klare, neue Positionierung einer Teilnehmenden und die Worte flossen leicht und stimmig in unseren Tag. Mein Part dabei war, sie zu hören. Zu reflektieren und zu notieren. Es war alles gesprochen, was nötig war. Es musste lediglich bezeugt werden im Hören.
Ich freue mich darauf, diese Energie und Wortkraft auf der neu gestalteten Webseite zu lesen. Kein Wort zu viel und keines zu wenig.

Im Café Simbiosis gab es ein Frühstück, das uns genährt hat wie ein Ritual. In den Räumen selbst herrschte die italienische Geschäftigkeit eines Samstagmorgens, aber auch hier gab es kleine Inseln der Ruhe und des Abstands. Das Bild unten spiegelt die Kontraste perfekt: Es war der Tag des Florenz Marathon und zehntausende Menschen unterwegs. Ich wollte diese ruhige Fensterecke fotografieren , in der zu diesem Zeitpunkt noch kein Mensch zu sehen war. Und während ich mein Handy in Position brachte, liefen mir förmlich die ersten Läufer durch mein Bild!
Dann sind wir weiter durch den Tag gegangen an die Ufer des Arno. Auch hier Menschenmengen, die auf den Brücken standen und den aussergewöhnlich schönen Tag genossen, lachten, sich unterhielten, Fotos schossen. Niemand störte den anderen. Im Gegenteil: Uns kam es so vor, als wäre genau das die richtige Kulisse für den Teil II. DU BIST. Alles floss. Alles hatte Platz.

Du bist die, die …
Sich in der Menge bewegen, die eigene Geschichte weiterschreiben, Teil von allem sein und alles Teil von sich selbst sein lassen, ohne die eigene Form zu verlieren. Kein Urteil die eigene Sicht trüben lassen.
Der Fluss trug unsere Gedanken, die Stadt hielt sie.
Wir ließen Urteile, Härten und alte Vorstellungen mit der Strömung ziehen.
Nicht dramatisch, nicht laut.
Wenn wir uns gestatten Widerstände selbst in Persönlichkeiten zu verwandeln, dann verwandeln sich die Widerstände selbst in treibende und unterstützende Kräfte, die den Weg ebnen in eine ganz neue Sicht auf sich selbst und das Leben.
Ein so veräusserter Widerstand entwickelt sein eigenes Leben ausserhalb von uns und wir haben die Möglichkeit mit dem Ansatz: Du bist … in Kontakt zu treten, einen Dialog zu beginnen. Dem Widerstand eine Form zu verleihen, eine Identität, eine Energie, die ausserhalb von uns zu einer fördernden Kraft werden kann. Zu einer Beraterin, Ratgeberin, Unterstützerin.
Wir sind die, die …
Am Ende des Tages fanden wir uns in einem neuen Ton. Im wahrsten Sinne. Wir haben die Rollen getauscht, ich habe die Führung abgegeben und ein ganz anderes Thema Raum nehmen lassen. Es ging um poetische Prozessauslösung und den Wert der Pause. Es ging um einen Übergang innerhalb eines Projekts.
Von einem Prozessabschnitt in einen anderen. Wir, die Prozessbeteiligten waren nicht am selben Punkt. Wir haben getönt. Das Thema. Das war neu und ungewohnt und es war erstaunlich, wie klar und leicht die Energie zwischen uns wurde, die Worte sich neu formten und wir wieder gemeinsam im Projekt verankert waren. Die große Pause hatte uns in einen neuen Raum geführt.
Eine Bühne für die neuen Entwicklungen zu einem Kartendeck rund um das Thema: weibliche Führung und die Lilith Energie.

Wir haben das Alte ausklingen lassen und uns eingestimmt auf einen klareren Klang, für ein Projekt, das danach nie wieder dasselbe sein würde. Wir haben gerungen um Worte. Wir haben mit Worten gerungen. Und wir sind im Fluss geblieben.
Was nicht mehr stimmte, durfte gehen.
Was stimmte, wurde hörbar.
Es war der eigentliche Tag der Annäherung:
Ein Tag, an dem Dinge, die unklar oder unsortiert waren, plötzlich eine Ordnung fanden, die ehrlicher, leichter und weiter war.
Es war ein Tag, an dem wir uns selbst neu erlebt und neu erkannt haben.
Im Rhythmus der Stadt.
Verbunden mit uns.
Impulsbox – Etappe II ANNÄHERUNG ist Fluß und Klang
Bevor Du weitergehst, halte kurz inne: Impulse für Deine Weite & Verbindung • Wenn Du ein brisantes Thema summen oder tönen würdest, wie würde es sich anhören?
• Welche Geschichte über Dich kannst Du heute den Fluss mitnehmen lassen, damit Raum für Neues entsteht?
• Wo bist Du nicht nur „Ich bin“, sondern Teil eines größeren Mosaiks, das Dich weiter macht und wie fühlt sich das an? Wähle einen Impuls.
Atme.
Lass ihn durch Dich hindurchfließen.
Der Giardino delle Rose und der Klang der Stille
Etappe III: ANNÄHERUNG als wilde Akzeptanz



